Herzlich Willkommen auf meinem Astro-Blog!
Als ersten Beitrag möchte ich ein Essay zur kürzlich stattgefundenen
Saturn/Jupiter Konjunktion einstellen.
Viel Spaß beim Lesen!


(Th)Is this the dawning of the age of aquarius!?

Mit Hilfe der Symbolik der Astrologie hat die Menschheit schon seit jeher versucht, die Geschichte(n) und
Umbrüche der Menschheit zu erklären und zu verstehen. Die Beziehungen der Planeten zueinander verläuft
in festgelegten Bahnen durch unser Sonnensystem, Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden, die den Beginn
der Jahreszeiten anzeigen.

Für den griechischen Philosophen Aristoteles waren Planeten und Sterne Werkzeuge des „Ersten, unbewegten Bewegers“. Die vier Elemente und damit alles, was auf der Erde und in der Natur im Großen geschieht, wie Kriege, Wetterkatastrophen, Seuchen oder Erdbeben entstehen durch die Bewegung der Planeten.
Der Mensch allerdings ist zweierlei Ursprungs, er ist ein Teil der Natur und besitzt gleichzeitig einen freien Willen.
Soweit die Natur in ihm herrscht, ist er den Sternen unterworfen und sein Verhalten ist determiniert.
Je mehr er sich seines freien Willens bedient, desto weniger determiniert ist er.

Schon seit einigen Jahren haben sich Astrologen weltweit Gedanken zu den nun stattfindenden, herausragenden Zeitgeschehen gemacht, dass im Januar 2020 begonnen hat und in den kommenden rund 10 Jahre für weitere Umbrüche im globalen Leben, in Gesellschaft, Wirtschaft und im persönlichen Leben sorgen wird.

Zum einen fand im Januar 2020 eine Zusammenkunft der Planeten Saturn/Pluto statt, die immer mit einem
grundlegenden globalen Strukturwandel in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zusammenhängen.

Damit verbundenen sind intensive Auseinandersetzungen um kollektive Leitbilder, Autorität, Macht und
Kontrolle und um Gesetzte, Zwänge, Be- und Einschränkungen und diese Begrenzungen haben wir alle im
Zusammenhang mit der Corona Pandemie erfahren.

Das alles gehört zu einem Entwicklungsimpuls, der uns langfristig prägen wird.
Dabei wird es auch weiterhin um Themen wie Reglementierungen, Nachhaltigkeit, Besinnung auf das Wesentliche
sowie Selbstverantwortung und Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft/Gesellschaft gehen.
Denn diese Krise hat nicht nur etwas mit schlecht bezahlten Pflegekräften und ihrer mangelnder Wertschätzung zu tun. Wie in einem Brennglas können wir erkennen, dass die Probleme in unseren Gesellschaften vornehmlich durch unsere Wirtschaftsform, einem ungeregelten Kapitalismus, entstanden sind. Umweltprobleme die wir seit langem kennen,
die Ausbeutung von Ressourcen, die Zerstörung von Arten – wir wissen, wohin uns unsere Gier, unsere Machtgelüste geführt haben.

Kognitive Dissonanz
Es wird Zeit, dass wir aufhören uns selbst zu belügen, denn ein Teil von uns weiß schon lange, das wir nicht mehr so weitermachen können wie bisher.
Ich möchte in diesem ersten Teil auf die außergewöhnliche Jupiter-Saturn Konjunktion an der Wintersonnenwende im Dezember 2020, eingehen, denn nun beginnt eine wirklich neue Zeitqualität die es uns, best case, erlaubt, die geistigen Bewusstseinskräfte, die spätestens seit Mitte der Sechziger Jahre in den Gesellschaften der Welt angekommen sind, in unseren konkreten persönlichen und gesellschaftlichen Alltag zu integrieren.

Aufbruch in eine neue Zeit  

Bewusst oder unbewusst, jeder global orientierte Mensch spürt es, wir scheinen im Augenblick alle Teil eines weltanschaulichen Paradigmenwechsel im Mainstream des gesellschaftlichen Bewusstseins zu sein und es wird immer deutlicher, dass es eine Veränderung der bis dato bevorzugten Lösungsstrategien für gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Probleme geben muss.
Bei dem Zusammentreffen der Planeten Jupiter und Saturn geht es um nichts weniger als um einen Wechsel und Wandel von weltanschaulichen Bildern und Glaubenssätzen der gegenwärtigen Zeitepoche.

Auch wenn man heute, anders als im Mittelalter, eine „Große Konjunktion“ nicht zwangsläufig mit Umbrüchen in Herrschaftshäusern verbindet, geschehen unter diesem Einfluss einschneidende gesellschaftspolitische Ereignisse.
Denn treffen beide Planeten aufeinander, werden Wachstum, Bewegung und Sinnhaftigkeit innerhalb von Gesellschaften, aber auch im ganz persönlichen Erleben, angestoßen. Da Jupiter und Saturn weder ganz individuell noch ganz überpersönlich sind, ziehen sie eine Grenzlinie und schaffen so gleichzeitig eine Verbindung zwischen unseren individuellen Bedürfnissen und kollektiven Entwicklungen von Gesellschaften sowie unserer Haltung dazu.
Die zyklischen Bewegungen dieser Planeten spiegeln wider, wie wir als Gruppen agieren und uns zu Systemen
mit gleichen Kulturen, Gesetzen, Werten, Sprachen, Religionen und Institutionen formen.

Als Prinzipien verkörpern diese beiden die klassischen Elternbotschaften in Sinne gewährender, positiver
und unterstützender Ermunterungen (Jupiter) und einschränkenden, aber auch Struktur gebenden Forderungen (Saturn).

Die alle 20 Jahre stattfindende Zusammenkunft von Jupiter/Saturn bildet die Grundlage, um persönliche, aber vor allem auch kollektive Entwicklungen in größeren Zeiträumen insbesondere für Nationen, Gesellschaften und Berufswelten zu überschauen.
Hier kommen Künftiges (Kairos) und Vergangenes (Chronos) zusammen, indem wir vertrauensvoll und positiv in die Zukunft schauen, aber gleichzeitig auch aus der Vergangenheit lernen, was sich bewährt hat, visionäres Vorausschauen und realitätsbezogene Absicherung gehen zusammen.

Zeit für Reformen

Das Treffen beider Planeten geschieht sehr regelmäßig und zwar alle 20 Jahre und immer im gleichen Element (Erde, Wasser, Feuer, Luft) über rd. 200 Jahre hinweg. Die letzten 200 Jahre fand die Zusammenkunft immer in einem Erdelement statt, d.h. globale gesellschaftliche, wirtschaftliche und persönliche Entwicklungen und Expansion waren vornehmlich auf materielle, praktische und konkrete Ziele gerichtet und bescherte uns den Materialismus, den Kapitalismus und die Herrschaft des Geldes, die mit der industriellen Revolution ihren Anfang nahm.

Das Besondere an der am 21. Dezember 2020 stattfindenden Zusammenkunft der „großen Chronokratoren“ , den Herrschern der Zeit, ist, dass nun eine sogenannte „große Mutation“, eine „conjunctio aurea“,  stattfindet, d.h. das nun zum ersten Mal seit über 800 Jahren wieder eine Konjunktion in einem Luftzeichen, im Wassermann, stattfindet.
Damit wird ein neuer, rund 200 Jahre dauernder Luft-Zyklus initiiert, der einen umfassenden Bewusstseinswandel in Bezug auf die Rolle, Funktion und Verantwortung des individuellen Menschen in Gemeinschaften und Institutionen und letztlich auch in der Menschheit als Ganzes bringen wird.

Wir gehen in eine neue Zeit in der es ganz entscheidend darum gehen wird, unser geistiges Potenzial, unser Bewusstsein, mehr und mehr zu entfalten.
Nicht nur für unsere eigene persönliche Erfüllung und Vervollkommnung unseres Lebens, sondern ebenfalls als Schöpfer und Botschafter einer neuen Welt.
Denn indem wir spirituell handeln und wirken, helfen wir auch anderen in ihrer Entwicklung.

Bürgerrechte, globale Gemeinschaft und Menschlichkeit –
Wie wollen wir leben?

Die Symbolik ist von großer Bedeutung und stellt einen Anfangspunkt des Übergang zur Neuausrichtung in der menschlichen Aktivität dar, eine kollektive Verschiebung der Ausrichtung, vom Zeitalter (Erde) der industriellen Revolution, des materiellen Wohlstands und der bürgerlichen Demokratie
zu einem geistig-flexiblen Zeitalter (Luft) der Informations-Technologie, global-pluralistischer Autonomie, geistiger und wissenschaftlich-schöpferischer Erforschungen und Erfindungen sowie bahnbrechenden Erkenntnissen über das menschliche Bewusstsein.

Der anstehende Entwicklungsschritt führt uns alle in den nächsten 200 Jahren zu einem globalen gesellschaftlichen Wertewandel von einer Konsum- hin zu einer Wissens- und Informationsgesellschaft.

Der Wassermann – Unkonventionalität und Individualität
Das Tierkreiszeichen Wassermann (fixes Luftzeichen) steht für die Zukunft, für neue Trends, neue Ideen, neue Erfindungen, für die Jugend und revolutionäre neue, aber auch unberechenbare Ansätze im kollektiven und individuellen Leben.

Er steht für Reformen aller Art, für humanistische Ziele für alle Menschen und für Teamgeist. Er macht keine Unterschiede zwischen Menschen und bringt alles auf einen Nenner. Es wird an uns liegen, ob wir bereit sind, künftig mehr Ebenbürtigkeit und Gleichberechtigung zu leben.

Das Motto des Wassermann könnte lauten: „Ich sprenge alle Normen, Grenzen und Vorstellungen“.
Seine Ideale sind Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit  – und zwar mit allen progressiven kollektiven Entwicklungen,
die den Status quo in Frage stellen, er will, dass wir die Vergangenheit, unsere Herkunft und vielleicht sogar unser
Schicksal überwinden. Alle großen Revolutionen (Französische-, Amerikanische-, Russische-) sind Zeichen und Ergebnis dieser Energie – und gleichzeitig auch Zeugnis für die Brutalität und Grausamkeit, die im Namen einer gemeinsamen Idee entstehen kann.

In seiner reinsten Form drückt das Prinzip des Wassermann/Uranus ein Ideal als freiwillige Übereinkunft vieler Individuen aus, von denen jedes seine Einzigartigkeit ausdrückt und doch die Gesamtheit, deren Teil es ist, stützt.

Die Lösung der anstehenden Probleme (Klimawandel, Ressourcenverschwendung, Migration, soziale Ungerechtigkeit, religiöse oder ideologische Weltherrschaftskonzepte etc.) können nur durch Kooperation, einer gemeinsamen, mitfühlenden, solidarischen globalen Idee und Zusammenarbeit gelöst werden und nicht durch egomane Herrschaftsphantasien.
Die kommende Zeit wird an den Grundfesten unserer Routinen und gewohnten Sicherheiten und Strukturen unseres Lebensstils rütteln und viel Unsicherheit verursachen, da wir bisherige Gewohnheiten verändert müssen.

Der Weg zur wahren Freiheit

Wenn wir von Freiheit reden meinen wir häufig eigentlich Unabhängigkeit, eine Entwicklungsstufe die man durchläuft, um an die eigentliche Freiheit zu kommen. Und Unabhängigkeit bedeutet, den ersten Schritt zu sich selbst zu tun und dafür muss man die Bedingtheit seiner emotionalen und mentalen Lage erkennen.
Man muss verstehen, warum man denkt, fühlt, handelt, wie man es tut, erst dann kann es gelingen, sich aus den Gedanken- Gefühls- und Handlungsmustern, die für gewöhnlich unbewusst bleiben, zu befreien. Man braucht ein tiefes Verständnis für sich selbst, der Welt, der Gesellschaft, der Familie in die man hineingeboren wurde, solange man an das Kollektiv assimiliert bleibt, nicht über gesellschaftliche/familiäre Prägungen hinausgeht bleibt man hinter seinen Möglichkeiten zurück und kann das in ihm angelegte Potential nur schwer verwirklichen.

Wahre Freiheit hat viel mit Lebendigkeit zu tun – denn man fließt mit dem Leben mit, man stemmt sich nicht gegen Veränderung, im Wissen und im Vertrauen, dass das Leben einen zu neuen Möglichkeiten führen wird.
Nur der Mensch ist in der Lage zu tiefgreifende Veränderungen und Erkenntnissen oder gar Quantensprüngen zu kommen und so das Leben auf eine neue Bewusstseinsebene zu heben.

Kant unterscheidet einerseits zwischen einer Willkür-Freiheit („Ich-mach-was-ich-will“), indem ich handle wie ein Kind es tun würde und auf der anderen Seite einer Freiheit, die mit Hirn und Herz mitdenkt, die auf andere und anderes bezogen ist.
Um der Freiheit anderer Willen – oder um des Mitgefühls zu anderen Menschen willen – beschränke ich mich selbst. Wir sind nicht allein auf der Welt, wir sind immer in Bezug zu anderen, zur Natur, zur Welt.
Freiheit heißt eben nicht, tun und lassen zu können was man will.

Freiheit und Unabhängigkeit braucht Regeln
Nur wenn ich in der Lage bin, die Spielregeln für mein eigenes Leben zu kreieren und nicht in der Rebellion oder Resignation gegenüber den Regeln der Gesellschaft steckenbleibe, bin ich wirklich unabhängig.
Gegen etwas zu rebellieren, was man selber nicht eingelöst und integriert hat – ist nicht wirklich glaubwürdig und authentisch und besitzt keine nachhaltige Veränderungskraft.
Unabhängigkeit bedeutet, die Regeln zu beherrschen und sich doch nicht von Ihnen vereinnahmen zu lassen. Erst kommt also die Assimilation in die Gesellschaft, dann die Unabhängigkeit von dieser und als dritter Schritt folgt der Weg in die Freiheit.

„Learn the rules so you know how to break them properly“     Dalai Lama

Ein konstruktiver Umgang mit den Herausforderungen dieser neuen Zeit wären zwei Dinge:
Altes, überholtes muss revidiert und auf eine neue, bessere, lebendigere Basis gestellt werden, andererseits muss Bewährtes erkannt, gepflegt und erhalten werden, damit es nicht von unüberlegte Rebellionsstürmen hinweggefegt wird.

Folgende Trend-Wenden sind schon jetzt abzusehen:

„Technoider Neo-Kommunismus“[1]

Bereits jetzt ist die „share-economy“, die gemeinschaftliche Nutzung von Ressourcen, ein geflügeltes Wort.
Man kann nicht mehr nur Wohnung oder Auto mit anderen teilen, sondern auch Dienstleistungen tauschen oder über Crowdfunding Gleichgesinnte für Herzensprojekte finden oder sich für das Gemeinwohl engagieren.
Solche Konzepte werden sich in den nächsten Jahren rasant weiterentwickeln, denn die junge Generation wird im Gegensatz zu früheren Generationen schon heute nicht mehr durch materielle Reichtümer und hierarchischen Status motiviert.
Ab 2025 dürften sie in gesellschaftlich bestimmenden Positionen angekommen sein und einen Wertewandel mitbringen, Besitz und Geld werden an Bedeutung verlieren,
viel wichtiger wird Freiheit und Unabhängigkeit, die Gestaltung des Lebens nach individuellen Gusto.

Informationszeitalter – Vom Internet zum Evernet

Das Informationszeitalter hat uns spätestens mit dem Internet erreicht, große internationale Konzerne wie Google oder Facebook haben ihre Netze im großen worldwideweb ausgeworfen und sind nun dabei, sie gewinnbringend wieder einzuholen.
In der Übergangszeit hat sich der Kapitalismus die beginnende Wissensgesellschaft  einverleibt, die Smart Data Prognostik ist nicht nur gefährlich, weil sie aufgrund komplexer Algorithmen das Menschliche berechenbar macht, sondern auch, weil einige Menschen immer mehr zu Sklaven ihrer Routinen werden und immer weniger in der Lage seinen werden aus diesen auszuscheren.
Deshalb ist es wichtig, die undurchsichtigen Netzwerke digitaler Technologien besser zu durchdringen. Die technische Überlegenheit einiger weniger Konzerne ruft dieselben Mechanismen der Totalität aufs Tablett, den schon die Kirche des Hochmittelalters in ihren Kreuzzügen bedient hat. Das Social-Rating Überwachungssystem in China, gegen das es im Land selber kaum ein Aufbegehren gibt, ist nur der Anfang.

Der französische Philosoph Michel Foucault hat dies schon Mitte der Sechziger Jahre beschreiben, mit dem Konzept des „panoptischen Blickes“ – der „Panoptismus“ ersetzt die körperliche Gewalt des Staates durch den normativen Druck zur Selbstdisziplinierung: Da wir uns unter permanenter Beobachtung wähnen, zwingen wir uns selber freiwillig immer mehr zu einem system-konformen Verhalten.

Wir werden uns hoffentlich vom Zwang der permanenten Kommunikation und Selbstvermarktung befreien, denn die Mantras der Marketinggurus, die zur Kundenakquise permanent kostenlosen Content in die Sozialen Medien pumpen, funktionieren schon jetzt nicht mehr wirklich.
Stattdessen wird wieder mehr Wert auf gehaltvolle Arbeit gelegt werden, auf jahrelang gewachsene Expertise, auf Substanz und Tiefgründigkeit. Nicht mehr nur Charme und Image überzeugen, sondern Seriosität, Authentizität, Zuverlässigkeit und dauerhaftes Renommee.

Kunst und Kultur
Kreativer Ausdruck, Kunst und Kultur sind elementarster Ausdruck des Menschseins und wichtiger Teil der Entwicklung des „homo ludens“.
Wahre Freiheit hat viel mit Lebendigkeit, mit Kreativität und Spiel zu tun – denn man fließt mit dem Leben mit, man stemmt sich nicht gegen Veränderung, im Wissen und im Vertrauen, dass das Leben einen zu neuen Möglichkeiten führen wird.
Als diese Konstellation vor rd. 800 Jahren in der Frührenaissance auftrat, ging sie mit der Gründung der ersten Universitäten einher. Paris, Oxford, Cambridge, Padua, Salamanca – um nur einige Beispiele zu nennen. Wissen sollte nicht länger nur den Dogmen des Klerus in seinen Klöstern vorbehalten sein, es bildeten sich neue Stände wie die des Handwerkes und der Kaufleute die eigene Ansprüche reklamierten.
In der Kunst hielt die Gotik ihren Einzug und es wurden Kathedralen erbaut, die der Schwerkraft zu trotzen schienen.

Bewusster Konsum und das Ende des Wachstums
Es geht für immer mehr Menschen nicht mehr nur darum, Karriere zu machen und „rann-zu-klotzen-bis-zur Rente“, wie dies noch bei der Generation der Babyboomer der Fall war. Für die Vertreter der jüngeren Generation ist es nicht mehr das Wichtigste im Leben, in fixen Unternehmensstrukturen „ganz-nach-oben-zu-kommen“. Für sie geht es vielmehr darum, sich zu verwirklichen, die eigenen Begabungen zu entwickeln und zu leben und zwar in einer vernünftigen work-life-Balance, Beruf und Privatleben verschmelzen immer mehr miteinander, umso wichtiger ist es, das sie im richtigen Verhältnis zueinander stehen.
Man ist nicht mehr bereit sich an starre Arbeitszeitmodelle zu halten, denn auch im Berufsleben wollen wir auf Basis unserer Bedürfnisse als soziale Wesen neue Strukturen errichten. Man wird nicht mehr bereit sein, für den vermeintlichen Aufstieg auf der Karriereleiter auf Lebensqualität zu verzichten, sondern strebt auch mal ungewöhnliche und unorthodoxe Lebens- und Berufswege an.
Das ist auch ein Grund dafür, warum Eigentum immer unwichtiger wird, wobei für diese Generation es weitaus schwieriger Eigentum aufzubauen, es besitzt aber auch nicht mehr den Stellenwert wie für frühere Generationen.

Haltung zeigen!Von Handlungen und Haltungen zu Freundschaft und Solidarität

„Der Ökonomische Mensch, der ausschließlich die Optimierung des eigenen Wohls im Auge hat, ist nicht freundschaftsfähig…ohne altruistische Motive keine Freundschaft, ohne Freundschaft keine soziale Gemeinschaft, ohne soziale Gemeinschaft kein gutes Leben“[2]

Für Aristoteles ging es bei der Vorstellung eines guten Lebens nicht allein darum, maximale individuelle Zufriedenheit zu erreichen, sondern es zeichnete sich dadurch aus, die spezifischen Fähigkeiten des Menschen als Gattungswesen und des jeweiligen Individuums zur vollen Entfaltung zu bringen. Dazu gehört für ihn auch, die Fähigkeit Freundschaften zu entwickeln und aufrechtzuerhalten, Freundschaft ist eine Tugend, die eine spezifische Einstellung und Entwicklung von Fähigkeiten verlangt, bei denen man sich in andere Menschen und Situationen hineinversetzten kann, das setzt ein gewisses Maß an altruistischer Motivation voraus.

Das Modell der Kleinfamilie, mit Vater, Mutter, Kind im Reihenmittelhaus ist für die meisten Menschen keine erstrebenswerte Zukunftsoption mehr, die Lebenswirklichkeiten der Menschen haben sich verändert. Wir brauchen neue, andere, diversere Konzepte, wie wir leben und wie wir alt werden wollen.
Wir können im persönlichen Leben, im Job und in unseren Gemeinschaften Haltung zeigen, indem wir lernen, unser Mitgefühl zu schulen, Respekt für andere Menschen und ihren Lebensmodellen zu zeigen, echte Wertschätzung, Kooperation und Achtsamkeit zu entwickeln.

Heilsamer Verzicht, ökologische Wende und Ressourcenschonung
Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, das wir da und dort auf manche Sachen verzichten müssen.
Aber für echte Verhaltensänderungen bedarf es sowohl einer Bewusstseinsänderung beim Konsumenten, als auch die entsprechenden politischen Steuerungsinstrumente (framing/nudging). Das betrifft eine Ökonomisierung von Steuersystemen, die Einpreisung von ökologischen Kosten für Waren und Lebensmittel, eine andere Form der Landwirtschaft und die generelle Frage, wieviel und ob wir bestimmte Produkte überhaupt besitzen müssen oder wie sie produziert werden sollen (Stichwort: cradle-to-cradle/Kreislaufkonzepte).

Viele große Unternehmen, wie Banken und Versicherungen, die bislang fest am Markt etabliert waren, werden massiv von diesen neuen Entwicklungen betroffen sein und ihre bis dato entwickelten Geschäftsmodelle komplett überarbeiten und teilweise sogar einstellen müssen. Das wird für viele Menschen den Verlust ihres sichergeglaubten Arbeitsplatzes bedeuten, Verbunden damit oft auch: der Verlust ihres Selbstwertes, denn Arbeit ist mehr als bloßer „Broterwerb“.
Es wird wichtig sein, hier für Teile der Gesellschaft wieder eine echte Perspektive, eine Aufgabe, ein positives Ziel zu geben und persönliche Wertschätzung zu ermöglichen damit die digitale Postmoderne nicht noch mehr Verlierer produziert.

Es werden große Herausforderungen auf Behörden und staatliche Institutionen zukommen, dabei könnten gerade hier die neuen Technologien und neuen Arbeitskonzepte helfen, Strukturen enorm zu verschlanken.
Die Kernkompetenzen der Luftepoche:
Flexibilität und Kreativität – für neue Situationen neue Lösungen finden.

Deshalb erfordert der Übergang zu einer tragfähigen sozial-ökologischen Gesellschaft einen radikalen Wandel unserer Wirtschaft und unseres Denkens sowie einen entsprechenden gesellschaftspolitischen globalen Wertewandel.
Wir brauchen einen starken, souveränen internationalen „Primaten der Politik“, der nicht zum Spielball von nazistischen Oligarchen, Medienmogulen und verblendeten Warlords wird.

Bewusstseinsrevolution,  Künstliche Intelligenz (KI), Quanten und die unendlichen Weiten des Weltalls
In den nächsten 20 Jahren ist mit einer Flut von neuen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfindungen und einem enormen technischen Fortschritt zu rechnen, aber es wird wichtiger denn je sein, die Entwicklungen auf philosophischer Basis zu begleiten und mit klaren humanistisch-ethisch-politischen Regeln zu flankieren sowie eine Teilhabe dieses Fortschritts für alle Teile der Gesellschaft zu ermöglichen.

Der Weltraum ist die Zukunft und er wird von Wassermann/Uranus beherrscht.
Wir werden uns mit Fragen auseinandersetzen müssen, wer bestimmen wird, welche Unternehmen, Personen oder Staaten z.B. für Satelliten oder Raumstationen verantwortlich sind oder einen Teil des Weltraums beanspruchen dürfen.
Als Beispiel sei das Satelittennetzwerk „Starlink“, ein Unternehmensteil von „Space X“ des Unternehmers Elon Musk, genannt.
Was geschieht mit Unternehmen und Nationen, ja der ganzen Welt, die von der einwandfreien Funktion dieser Technologie abhängig sind? Neue globale Gesetze und politische Ideen müssen entwickelt und durchgesetzt werden.

Das neue Denken und Wissen befindet sich in einen Übergang vom rationalen zum intuitiven Denken, von der Analyse zur Synthese, die uns bestenfalls eine holistische-ganzheitliche Sichtweise ermöglicht und bei der es bei unseren Werten zu einer Verlagerung von Quantität zu Qualität, vom Wettbewerb zur Kooperation und von der Herrschaft zur Partnerschaft kommt.
Das neue Denken und die Bewusstseinsrevolution werden u.a. flankiert werden von Erkenntnissen der Hirnforschung, den Neuro- und Verhaltenswissenschaften, der Psychologie und immer mehr werden sich Methoden etablieren, mit denen wir lernen unsere Intuition, unser Bewusstsein und unsere mentalen Fähigkeiten gezielter zu entwickeln und zu steuern. Ähnlich wie Achtsamkeit und Meditation in den letzten Jahren einen Boom erfahren konnten werden weitere mentalen Techniken noch gezielter in der Persönlichkeitsentwicklung, aber auch zur einer gezielten Steigerung von Kreativität, Bewusstheit und Lebenszufriedenheit angewendet werden.

Und genau wie wir die Probleme unserer Wirtschaftsform auf einen ethischen Prüfstand der „Lebensdienlichkeit“
(P. Ulrich) stellen sollten, so sollten wir uns auch dringend mit den Fragen rund um unser Bewusstsein beschäftigen und eine „Bewusstseinskultur“ (T. Metzinger) entwickeln. Dazu gehören humanistische und phänomenologische Fragestellungen, ob es so etwas wie ein „Selbst“ überhaupt gibt oder ob das  „Ich“ nicht mehr ist als die Summe unserer neuronalen Korrelaten, die wir schon in einigen Jahren bei Google konservieren lassen können, zumindest, wenn es nach den Transhumanisten geht.

Die Grenzen des Individualismus  – Gefahren und Fallstricke
Die uranische Energie stellt die Welt infrage, damit sie nicht ewig bleibt wie sie ist und die großen Ideale von Freiheit und Brüderlichkeit passen nicht zu kleinlichen Egoismen.
Wir sollen überholte Traditionen zugunsten neuer Entwicklungen und Fortschrittlichkeit hinter uns lassen, doch sind manchmal die Zukunftsvisionen für den einzelnen nicht realisierbar, es werden Dinge in Frage gestellt, die sich für viele eher konservativ-ausgerichtete Menschen als positive Lebenserfahrung erwiesen und bewährt haben.

Schon heute sehen wir die „Dämmerung“ der Gegenbewegungen in vielen Ländern, in Form einer  „Law-and-order“- Mentalität, gesellschaftliche und politische Rückschritte in Fragen von Demokratie, Bürgerrechten, Meinungsfreiheit (einschließlich „fake-news“ und „hate-speech“) oder Gleichberechtigung und Frauenrechten, die wir nicht für möglich gehalten hätten, ein “rollback“, der uns zurück in Zeiten dunkelster Vorurteile katapultieren kann.
Bestes negatives Beispiel ist China, das mit seinem Social-scoring seine Bürger schon jetzt fest im Datengriff hat und es ist zu befürchten, dass auch andere Länder nachziehen.

Zu erwarten sind leider auch weiterhin Ideologische oder religiöse Heilsbringer und Gruppierungen, die schnelle Lösungen für eine exklusive Gesellschaft, für eine bestimmte Gruppe von Menschen propagieren und die einen klaren Sündenbock für ihre Misere der Welt ausmachen können.

„Die großen Probleme der Menschheit wurden noch nie durch allgemeine Gesetze, sondern immer nur durch Erneuerung der Einstellung des Einzelnen gelöst“
C.G. Jung


[1] Dr. Niederwieser, C.: siehe div. Veröffentlichungen und You Tube Vorträge

[2] Nida-Rümelin, Julian: „Die Optimierungsfalle“, 2011 Irisana Verlag, S. 47